Wir wollen die Energieerzeugung für die Region Kiel auf erneuerbare/regenerative  Energien umstellen. Dazu zählt, dass wir die Bürgerinnen und Bürger über die Energieeinsparpotentiale unterrichten, den Nah- und Fernwärmenetzausbau begleiten. Die Energieerzeugung aus Müll, Biomasse und Wasserkraft mehr Bedeutung schenken und den Aufbau dezentraler Wärmenetze voranbringen.

cropped-Attachment.jpgDer Verein wurde aus einer Bürgerinitiative in Kiel heraus gegründet, mit dem Ziel, die Kieler Bürgerinnen und Bürger direkter zu informieren über den Umwelt- und Klimaschutz und die Möglichkeiten, regenerative Energieformen wirtschaftlich und dezentral zu erzeugen und für die Nutzung vor Ort entsprechend den gesetzlichen Vorgaben zu werben.

Ein wichtiger Aspekt bei der Gebäudebeheizung und Stromerzeugung ist die Notwendigkeit, die Erde nicht auszubeuten, um die maximale Klimaerwärmung zu begrenzen. Dafür sind Anstrengungen von Allen erforderlich – der Illusion, Strom und Wärme aus fossilen Energieträgern sei billig wie nie, nicht vertraut werden. Das mag zwar derzeit oberflächlich betrachtet den Anschein haben, stimmt aber absolut gar nicht: Zum einen geht diese Energie mit der Zerstörung der Lebensgrundlagen in vielen, noch weit von uns entfernt gelegenen Regionen erkauft, und zum anderen werden die gar nicht in die Rechnung mit eingezogenen Summen für gesundheitliche Folgekosten der Menschen, welche aus Erkrankungen der bei der Kohleverstromung entstehenden Umweltproblemen resultieren, außen vor gelassen. Würde man diese mit einbeziehen, wird Kohle zum Milliardengrab, ähnlich wie das der Bankenrettung.

Strom in Schleswig-Holstein und Hamburg

Der Strom in Schleswig Holstein wird schon zu mehr als 100 % regenerativ erzeugt. Es sind aber weit höhere Kapazitäten erforderlich, denn wir leben in einem Zusammenhang mit Hamburg. Die dortige Bevölkerung und Wirtschaft werden mitversorgt und dann sieht die Bilanz schon anders aus.

Der regenerative Energieanteil ist in Kiel nur minimal. Die derzeitige Diskussion um die Windräder in Meimersdorf ist eine Posse. Das Schöne sind Gedanken interessierter Bürger zu erneuerbaren Projekten, die sich in Konkurenz zu den big four, also den großen vier Energiekonzernen, hier im Norden die eon, nicht lohnen würden, aber zum Unabhängig machen von denen und ihrer Preispolitik absolut geeignet sind.

Es wird viel über Windräder, Photovoltaik und Biomasseanlagen zur Stromerzeugung geredet und dabei die 300 % Marke für die regionale Erzeugung angepeilt, um bald die Atommeiler abschalten zu können. Dabei wird der Wärmesektor meist ausgeblendet. In Kiel gibt es viele Möglichkeiten, von Einzelhäusern über Straßenzüge bis jetzt zu ganzen Wohnquartieren, die derzeit von der Stadt Kiel z. B. mit Energiequartieren geplant werden. Dabei macht es Sinn, Sonnenenergie zu gewinnen und in Erd- oder Wasserspeichern zu speichern und zur Nutzung über Nahwärme Netze zu leiten. Von einem hohen Bedarf im Altbaubereich ausgehend ist jede regenerativ erzeugte Kilowattstunde günstiger als aus Kohle- oder Gaskraftwerken umgewandeklte Energie, denn es sind der Konzernprofit und die Netznutzungsgebühr und die Folgen der Erderwärmung nicht im Preis enthalten. Der Gewinn von z. B. den Stadtwerken oder dem Hansewerk fällt bei Bürger Energie Projekten nicht an, es ist ein minimaler Verwaltungsaufwand zu berücksichtigen. Ein Nahwärmenetz und eine parallel verlaufene eigene Stromversorgung, für den als Nebenprodukt anfallenden Strom (im Gegensatz zu früheren Kalkulationen), sollte günstiger, regenerativ erzeugter Strom Interessenten finden, muß installiert werden. Da haben Bürger Projekte den großen Vorteil der Kostentransparenz. Es sind viele gesetzliche Vorgaben, die von der Bundesnetzagentur in Zusammenarbeitmit den großen Energiekonzernen erarbeitet worden, einzuhalten. Sie dürfen diese Art der erneuerbarer Wärmeversorgung aber nicht aufhalten.

Ein weiterer Punkt ist die Dimensionierung des Wärmebedarfs ausschließlich aus regenerativen Quellen wie Sonne und Holz. Bei der Sonneneinstrahlung stehen die Techniken Erdwärmespeicher und sehr große Kollektorflächen zur Verfügung. Im Bestandsberech kann mit Block Heiz Kraft Werken Wärme und Strom mit Agro Gas erzeugt und vermarktet werden. Die Wärme wird über Mengenzähler der Strom über ein extra Netz abgerechnet.

Es gibt viel zu tun – machen wir es (diesmal) richtig.

Ihr Ulrich Hühn